Moderne Mitarbeiterführung und Motivation

"Moderne Mitarbeiterführung muss sowohl die nachhaltigen Trends am Arbeitsmarkt wie auch am Absatzmarkt berücksichtigen. Wer an sich als Führungskraft den Anspruch stellt, für Motivation der Mitarbeiter zu sorgen, muss daher mitarbeiterzentriert und zugleich erfolgsorientiert führen."

Leadership, Personalstrategie: Motivieren durch gutes Leadership

Moderne Mitarbeiterführung: Motivation als Führungsaufgabe

Wie Sie Ihre Mitarbeiter an Bord halten, binden und motivieren

Moderne Mitarbeiterführung: Motivation als Führungsaufgabe
Moderne Mitarbeiterführung: Motivation als Führungsaufgabe

Was sind heute die Schlüssel zur Motivation von Mitarbeitern und Teams? Wodurch ist moderne Mitarbeiterführung gekennzeichnet? Immer mehr Führungskräfte geraten zurzeit in eine Zwickmühle: Auf der einen Seite steht der immer härter werdende Absatzmarkt. Der Erfolgsdruck auf Unternehmen und damit auch auf Führungskräfte nimmt kontinuierlich zu. Doch sie trauen sich oftmals nicht, den Druck an ihre Mitarbeiter weiterzugeben.

Mitarbeiter führen, binden, halten, motivieren

Denn auf der anderen Seite ist der Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer heute so vorteilhaft wie nie zuvor. Viele der Mitarbeiter erhalten ständig neue Job-Angebote. Daher sind manche Vorgesetzte sehr zurückhaltend im Umgang mit Unterstellten. Wie gelingt Führungskräften der Spagat zwischen der Anforderung, Mitarbeiter zufrieden zu stellen und der Pflicht, ihnen Leistung und Erfolge abzuverlangen?

Von Gunther Wolf

Guten Tag,

vielleicht ist Ihnen das auch schon einmal aufgefallen: Erfolgreiche Führungskräfte haben fast immer ein Team hinter sich, das einhundertprozentig hinter ihnen steht. Warum ist das so? Stehen die Mitarbeiter hinter den Chefs, weil sie so erfolgreich sind? Oder sind diese Führungskräfte gerade deswegen erfolgreich, weil sie alle Herausforderungen des Arbeitslebens zusammen mit einer loyalen, schlagkräftigen Truppe meistern?

Mitarbeiterbindung → Erfolg → Mitarbeiterbindung → Erfolg → Mitarbeiterbindung → …

Eine Frage, die der ähnelt, was zuerst da war: die Henne oder das Ei. Denn Mitarbeiterbindung und Erfolg stehen in einer sehr fruchtbaren Wechselwirkung: Hohe Mitarbeiterbindung schafft Motivation und führt somit zu besseren Erfolgen. Erzielte Erfolge wiederum stärken die Mitarbeiterbindung. Möglich ist also beides.

Also, los: Machen Sie beides möglich! Mitarbeiter- und Erfolgsorientierung stehen keineswegs im Widerspruch. Denn Motivation, Erfolg und Mitarbeiterbindung sind genau die Früchte, die Sie als Vorgesetzter mithilfe einer mitarbeiterzentriert erfolgsorientierten Führung ernten.

Moderne Mitarbeiterführung: Mitarbeiter- und Erfolgsorientierung

Aha, denken Sie jetzt möglicherweise, und wie? Lassen Sie uns bitte, bevor wir konkret zu einem Instrument der mitarbeiterzentriert erfolgsorientierten Führung kommen, einen Blick auf das Big Picture werfen. Wir wissen: Geeignete Arbeitskräfte zu gewinnen, wird immer schwieriger. In manchen Regionen ist der Arbeitsmarkt so gut wie leergefegt.

Von dem resultierenden Fachkräftemangel, dem Mangel an gut ausgebildeten und leistungsbereiten Bewerbern, sind in erster Linie wir als Führungskräfte betroffen. Wenn Stellen lange unbesetzt bleiben, können wichtige Projekte nicht umgesetzt, Termine nicht eingehalten oder Qualitätsanforderungen nicht erfüllt werden. Das Erreichen der eigenen Business Ziele ist in steter Gefahr.

Mit moderner Mitarbeiterführung Mitarbeiter an Bord halten

Mitarbeiterbindung gewinnt daher immer mehr an Bedeutung. Die Machtverhältnisse am Arbeitsmarkt haben sich mittlerweile umgekehrt. Aussicht auf Besserung besteht nicht. Als Führungskraft gewinnt man zunehmend den Eindruck, dass das gesamte Unternehmen und wir als Vorgesetzte weit mehr von den Mitarbeitern abhängig sind als umgekehrt.

Dennoch wäre es falsch, in eine devote Haltung zu verfallen. Von einer Führungskraft, so trivial dies auch klingt, erwarten Mitarbeiter in erster Linie, dass sie führt. Und zwar klar und verständlich, vertrauensvoll und wertschätzend, authentisch und souverän, konsequent und verlässlich.

Schlechte Führung tötet Motivation und fördert Fluktuation

Falls Sie in der Vergangenheit mal Ihren Job oder den Arbeitgeber gewechselt haben: Wissen Sie noch, warum? Hand aufs Herz: Wie oft war Ihr Unmut gegenüber Ihrem damaligen Chef mitentscheidend? Es gibt tatsächlich nicht eine Fluktuationsanalyse, die nicht zu dem Schluss kommt: Mängel im Vorgesetztenverhalten sind die Fluktuationsursache Nummer Eins.

Und spätestens seit Reinhard K. Sprengers Bestseller „Mythos Motivation“ wissen wir, dass schlechte Mitarbeiterführung auch unter den Motivationskillern den ersten Platz belegt. Viele nehmen aus Sprengers Buch das Fazit mit, dass Führungskräfte nur Motivation zerstören, nicht aber motivieren können. Das wiederum ist falsch.

Moderne Mitarbeiterführung ist mitarbeiterzentriert plus erfolgsorientiert

Denn Mitarbeiter können durch gutes Führungsverhalten in einem mitarbeiterzentrierten plus erfolgsorientierten Arbeitsklima enorm begeistert werden, entsprechend hohe Vorgesetztenbindung und Verbleibsabsichten aufbauen sowie immer wieder neue persönliche Performance-Bestmarken aufstellen. Mitarbeiterbindung ist ein unabdingbarer Teil der zuvor kurz beschriebenen Wechselwirkung. Sie ist Resultat und Voraussetzung zugleich für individuelle Motivation, Leistung und Erfolg.

Was können wir Führungskräfte zur Mitarbeiterbindung beitragen? Sie sollten wissen, dass wir auf vier Ebenen ansetzen können: emotional, rational, habituell und normativ. Ich erkläre alle vier Ebenen kurz und fange mit der wirkungsstärksten Ebene an.

Sprechen Sie gezielt die emotionale Ebene an

Emotional geprägte Bindungen zeichnen sich durch zwei bedeutsame Wirkungen aus, die uns auch aus dem Privatleben geläufig sind: Zum einen durch den Wunsch, dass diese Bindung möglichst lange erhalten bleibt und zum anderen durch die Bereitschaft, sich in besonders hohem Maße für den Bindungspartner einzusetzen. Beruflich äußert sich emotionale Bindung in enormer Leistungsbereitschaft und extrem geringer Fluktuationsneigung.

Mitarbeiter, die sich ihrem Arbeitgeber nur nicht wirklich verbunden fühlen, weisen beispielsweise im Schnitt doppelt so viele Fehlzeiten auf wie emotional hoch verbundene. Auch Low Performer weisen üblicherweise nur gering emotionale Bindung auf. Wie können wir als Führungskräfte die Bindung des Mitarbeiters emotionalisieren? Ganz einfach: Emotionale Bindung beruht darauf, dass die beiden Bindungspartner hinsichtlich ihrer Werte und Ziele zu einem hohen Grad übereinstimmen.

Moderne Mitarbeiterführung ist emotionalisierend

Wir Menschen fällen zwischen 60 und 80 Prozent unserer Entscheidungen auf der emotionalen Ebene. Ob wir etwas kaufen oder nicht, ob wir heute im Job die Extra-Meile gehen oder nicht, ob wir kündigen oder nicht: All diese Entscheidungen werden keineswegs primär auf der rationalen Ebene gefällt.

Dieses Wissen können wir als Führungskräfte für uns nutzen: Wer die emotionale Mitarbeiterbindung stärken möchte, setzt auf der Ebene der Werte und Ziele an. Das kostet nichts, zumindest nicht Geld, sondern nur ein bisschen Zeit: Befassen Sie sich mit den Werten, die das Handeln Ihrer Mitarbeiter bestimmen. Machen Sie Übereinstimmungen deutlich. Und nutzen Sie das Instrument der Zielvereinbarung für die emotionale Bindung Ihre Mitarbeiter, damit diese auch in puncto Ziele mit Ihnen zusammen am gleichen Strang ziehen.

Die rationale Ebene der Mitarbeiterbindung nutzen

Neben dieser hoch wirksamen emotionalen Verbundenheit existieren die rationale, die habituelle und die normative Ebene. Rationale Bindung basiert auf einem Vergleich von Aufwand und Nutzen der derzeitigen Beschäftigung gegenüber sich bietenden Alternativen. Typische Maßnahmen zur Steigerung der rationalen Mitarbeiterbindung liegen im Bereich von Vergütung, Zuwendungen und Benefits.

Aber Vorsicht: Rational geprägte Mitarbeiter werden nur selten die High Performer in Ihrem Team sein. Denn Engagement, Leistung und Einsatz stellen – aus Sicht des rationalen Mitarbeiters – einen Aufwand dar. Als Chef müssen sie ihm die Performance schon „abkaufen“, also einen Nutzen in die Waagschale werfen. Beispielsweise durch Prämien und Boni.

Habituelle Mitarbeiterbindung und moderne Mitarbeiterführung

Anders die habituelle Mitarbeiterbindung: Sie entsteht aus dem Festhalten an Gewohntem. Wer hier ansetzen will, schafft beispielsweise Rituale und fördert die Vernetzung der Mitarbeiter.

Die Wirkungen von habituellen Bindungsmaßnahmen ist vornehmlich im Bereich der Verbleibsneigung zu finden. Die Gewohnheitstiere unter unseren Mitarbeitern sind selten wechselwillig. Aber Innovationen und Neuerungen gegenüber sind sie typischerweise auch nicht gerade aufgeschlossen.

Normative Ebene für moderne Mitarbeiterführung nutzen

Normative Mitarbeiterbindung wiederum beruht primär auf Verpflichtungsgefühlen. Diese lassen sich z. B. durch Investitionen in die Weiterbildung des Mitarbeiters steigern. Oder dadurch, dass ich dem Mitarbeiter einfach mal sage, wie wichtig er für mich, für das Projektteam oder für die Abteilung ist.

Die normative Ebene ist sowohl im Hinblick auf das An-Bord-Halten der Mitarbeiter als auch in Bezug auf die Leistungsbereitschaft sehr wirkungsvoll. Nicht wenige Führungskräfte, die sich der modernen Mitarbeiterführung verschrieben haben, nutzen gezielt auch diese Ebene.

Drücken Sie die wirksamsten Tasten!

Sie sollten wissen, dass neben den vier Ebenen auch noch vier Bindungsbezüge gibt, die für den Verbleib im Unternehmen und die Performance des Mitarbeiters von Bedeutung sind. Zu einer Bindung gehören, das liegt auf der Hand, immer zwei.

Daher sollten wir Führungskräfte bei der Steuerung der Mitarbeiterbindung berücksichtigen, welche Bindungsbezüge wir stärken wollen: Die zum Unternehmen als solches, zu den Arbeitsaufgaben, zum Vorgesetzen oder zu den Kollegen?

Moderne Mitarbeiterführung nutzt 16 Aktionsfelder

Da jeder der vier Bindungsbezüge wiederum durch die Bindung auf den vier Ebenen repräsentiert wird, bietet sich uns Führungskräften ein Klavier mit 4×4=16 Tasten. Wenn Sie diese Klaviatur beherrschen, können Sie die mitarbeiterzentrierte plus erfolgsorientierte Mitarbeiterführung gezielt und wirkungsvoll umsetzen. Denn bei jedem Mitarbeiter sind immer alle vier Ebenen und alle vier Bezugsrichtungen präsent.

Moderne Mitarbeiterführung: 4x4-Matrix der Mitarbeiterbindung
Moderne Mitarbeiterführung: 4×4-Matrix der Mitarbeiterbindung (Anklicken zum Vergrößern)

Vielleicht fragen Sie sich gerade, welche dieser 16 Tasten die erfolgversprechendste ist? Darauf gibt es, wir bei nahezu allen Fragen der modernen Mitarbeiterführung, keine pauschale Antwort. Denn Menschen sind nicht alle gleich.

Individuelle Persönlichkeitseigenschaften entscheidend

Wie relevant die jeweilige Ebene und der jeweilige Bezug für die Bindung des Mitarbeiters ist, hängt von dessen ganz individuellen Persönlichkeitseigenschaften ab: Mancher ist besonders offen für emotionale Bindung, mancher bewegt sich lieber auf der rationalen Ebene. Mancher fühlt sich besonders den Arbeitsaufgaben verbunden, mancher tendiert zur Identifikation mit dem Unternehmen.

Moderne Mitarbeiterführung hat viel mit Führungspsychologie zu tun. Wer als Vorgesetzter die 4×4-Matrix nutzt, um passende Vorgehensweisen bei der Mitarbeiterführung zu ermitteln, erkennt nach kurzer Zeit: Bindung ist – wie im Privatleben – eine sehr individuelle Angelegenheit: Was bei wem wirkt und was nicht, muss individuell geprüft und durchdacht werden.

Moderne Mitarbeiterführung ist individuell

Daher gehe ich als Führungskraft immer drei Schritte:

  1. Wie schätze ich den Bindungsgrad des Mitarbeiters im jeweiligen Feld ein?
  2. Auf welchem Feld erkenne ich Handlungsbedarf?
  3. Mit welchen Maßnahmen werde ich die Bindung des Mitarbeiters im betreffenden Feld steigern?

Bei dem dritten Schritt wird mir – und allen Vorgesetzten, die dieses Tool anwenden – immer vor Augen geführt: Um Mitarbeiter mitarbeiterzentriert und erfolgsorientiert zu führen, sind oftmals gar keine kostspieligen Maßnahmen her. Bindung kostet eher Zeit als Geld.

Moderne Mitarbeiterführung kostet Zeit

Doch die zeitlichen Ressourcen von uns Führungskräften sind nicht unerschöpflich. Bei welchen Mitarbeitern wollen wir den größten Aufwand betreiben: Bei den Mitarbeitern, die immer am lautesten nach mehr Benefits und Vorteilen schreien? Bei denen, die uns immer Zeit und Nerven kosten? Bei denen, die nicht wirklich mit Performance glänzen?

Tipp: Führungskräftetraining Moderne Mitarbeiterführung

Im Führungskräfte-Workshop „Mitarbeiterbindung als Führungskraft aktiv gestalten: Motivation verbessern, Teamperformance steigern und Fluktuation senken“ bei der Haufe Akademie haben Führungskräfte die Gelegenheit, zusammen mit Vorgesetzten aus anderen Unternehmen erfolgversprechende Maßnahmen zu entwickeln und die Umsetzung zu planen. Der nächste Termin für diesen Workshop ist vom 24.-25.03.2021 in Frankfurt. Dieser Workshop und das Führungskräftetraining „Moderne Mitarbeiterführung“ sind zudem jederzeit als Inhouse-Führungskräftetraining buchbar. Jetzt » mehr Infos anfordern!

Wenn Sie es ernst meinen mit der mitarbeiterzentriert erfolgsorientierten Mitarbeiterführung, werden Sie jetzt sicher nicht dreimal mit „Ja“ geantwortet haben. Wir müssen also differenzieren – so, wie es der Vertrieb auch im Hinblick auf die Kunden tut.

Moderne Mitarbeiterführung trifft Unterscheidungen

So entscheiden wir durchdacht und nach für alle transparenten Kriterien, bei welchen unserer Mitarbeiter wir großen Aufwand betreiben, bei welchen mittleren und bei welchen nur geringen. Wenn Sie es ernst meinen mit der mitarbeiterzentriert erfolgsorientierten Mitarbeiterführung, werden individuelle Leistungsbeiträge und Erfolge sicher entscheidende Kriterien sein.

So entkommen wir der anfangs beschriebenen Zwickmühle. Und so gelingt uns moderne Mitarbeiterführung: Indem wir unsere Mitarbeiter zwar mitarbeiterzentriert, aber erfolgsorientiert führen.

Ihr

Gunther Wolf

Moderne Mitarbeiterführung: Service-Links für Sie

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WOLF Managementberatung | Management Summary
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Name
WOLF Managementberatung. Strategieberatung. Zielberatung. Performanceberatung.
Bezeichnung
Moderne Mitarbeiterführung: Motivation als Führungsaufgabe